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Gefälschte Zahlungsaufforderungen zum Rundfunkbeitrag im Umlauf

Haben Sie in letzter Zeit ein Schreiben des Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio nebst Überweisungsträger erhalten, mit der Aufforderung, den Rundfunkbeitrag für ein Jahr im Voraus in Höhe von EUR 215,76 zu zahlen? Schauen Sie sich doch einmal die im Überweisungsträger angeführte IBAN genauer an. Fängt sie mit den Buchstaben BG an?

Dann handelt es sich um eine Fälschung, die seit Anfang Januar 2015 überwiegend in Nordrhein-Westfalen und Bayern und jetzt auch in Niedersachsen auftaucht. Das Problem: Die gefälschten Zahlungsaufforderungen sind von echten Rechnungen des Beitragsservice nur schwer zu unterscheiden. Briefkopf und Logo scheinen täuschend echt. Ein Beispiel finden Sie hier. Hinzu kommt neuerdings folgender perfider Trick: Die Täter schreiben gezielt Unternehmen an, über die erst jüngst, ein bis zwei Tage zuvor, Handelsregistereintragungen im elektronischen Unternehmensregister veröffentlicht wurden. Die Zahlungsaufforderung nimmt hierauf Bezug und erhält dadurch einen glaubhaften Hintergrund.

Zu erkennen ist die Fälschung klar daran, dass die IBAN mit „BG“ eine bulgarische Bank erkennen lässt. Rundfunkgebühren werden jedoch nur über deutsche Banken eingezogen. Nun wird nicht auszuschließen sein, dass die Täter bald zu deutschen Kontoverbindungen überschwenken. In diesem Fall prüfen Sie bitte, ob die Beitragsnummer mit der Ihrigen übereinstimmt und fragen Sie im Zweifelsfall beim Beitragsservice an, den Sie unter www.rundfunkbeitrag.de finden. Wählen Sie auf keinen Fall die Telefonnummer, die auf der potenziellen Fälschung steht, ansonsten sprechen Sie vielleicht mit einem Callcenter der Ganoven.

Wir haben den Fall zum Anlass genommen, die bulgarische Bank, die Eurobank Bulgaria AD, aufzufordern, den Sachverhalt zu prüfen und das Konto zu löschen, siehe hier. Sollten Sie bereits gezahlt haben, wenden Sie sich bitte an uns. Wir schreiben dann noch einmal dorthin.

Bei dieser Gelegenheit: In unserem Fall betraf die Zahlungsaufforderung ein Unternehmen, das als Komplementärgesellschaft einer GmbH & Co. KG gegründet war. Unternehmen, die weder eine Betriebsstätte noch sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben, sind nach dem Rundfunkbeitragsstaatsvertrag überhaupt nicht beitragspflichtig.

Ansprechpartner

Prof. Heiko Hellwege (Bukarest, Osnabrück, Shanghai

Mag. Elena Tóth (Osnabrück)